2005-08-03 Geschwindigkeitsmessungen

„In Tempo 30-Zonen fährt niemand zu schnell – das ist nur der übliche subjektive Eindruck der Anwohner !…

… so meinte vor vier Jahren der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende Lutz Middeldorf  gegen die Bedenken der Bürgergemeinschaft Ohrbeck zum Tempo auf dem Gudenusweg polemisieren zu müssen. Schließlich könne er diesbezüglich auf seine lange Erfahrung als Polizeibeamter zurückgreifen. Nach mehreren Anläufen hat es nun eine durch die Gemeinde Hasbergen veranlasste 48-Stunden-Kontrolle auf dem Gudenusweg gegeben.

Das Ergebnis dieser Messung ist eindeutig – und erschüttert das Vertrauen in die Polizei, wenn die Kollegen des Herrn Middeldorf genauso wenig Ahnung von der Materie haben wie der damalige Fraktionsvorsitzende. Der angeblich subjektive Eindruck der Anwohner wurde durch eine unbestechliche Messung des Landkreises Osnabrück ganz objektiv bestätigt – auf dem Gudenusweg wird gerast.

Gemessen wurde vom 4. bis zum 6. Juli in Höhe der (Schul-)Bushaltestelle Gudenusweg in beide Fahrtrichtungen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h. Von 2.139 Pkw, Lkw und Lastzügen haben gerade einmal 25 % die zulässige Höchstgeschwindigkeit eingehalten. Weitere 41 % haben diese Höchstgeschwindigkeit um maximal 30 Prozent überschritten. Ein Drittel der Fahrzeuge überschritt die zulässige Höchstgeschwindigkeit um mehr als 30 %. Spitzenreiter war ein Pkw-Fahrer mit amtlich gemessenen 73 km/h – also mehr als 43 km/h zu schnell.

Erschreckend auch, dass von der Holzhauser Straße aus kommend mehr als 54 % der Lkw zum Teil deutlich über 50 km/h fuhren. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Fahrzeuge an Bushaltestellen vorbeifahren, an denen auch Kinder stehen, die auf dem Weg zur Schule sind. Ein Rätsel ist es auch, wie es fast 70 % der Fahrer schaffen, trotz Rechts-vor-links (Brockmannsweg) und Verkehrsinsel an dieser Stelle die 30 km/h zu überschreiten. Offenbar fahren viele Verkehrsteilnehmer hier Kamikaze im Vertrauen darauf, dass von rechts nichts kommt. Eine Wunder, dass es noch nicht zu einem schweren Unfall gekommen ist.

Aber wer fährt hier zu schnell ? Bei den Lkw sind es überwiegend Handwerker auf dem Weg zu Baustellen oder Kurierdienste. Bei den Pkw sind es zumeist Anwohner aus dem gesamten Siedlungsbereich, die besonders morgens auf dem Weg zur Arbeit durch ihre Fahrweise lieber das Leben von Kindern gefährden als auch nur eine Minute eher „den Hintern aus dem warmen Bett“ bewegen. Sobald man die Straße verlassen hat, in der die eigenen Kinder wohnen, wird Gas gegeben. Das Phänomen kann man übrigens nicht nur hier, sondern zum Beispiel auch an Kindergärten und Schulen beobachten, wo Eltern schnell heranbrausen, um ihre Kinder abzuliefern. Das sie dabei andere Kinder gefährden, scheint in ihre Köpfe nicht hineinzugehen.

Die Bürgergemeinschaft Ohrbeck hofft, dass die Gemeinde Hasbergen und der Rat nun auch ihre Schlüsse aus diesem eindeutigen Messergebnis ziehen und geeignete Maßnahmen veranlassen. Pflanzbeete scheinen niemanden zu hindern, im Slalom-Stil über den Gudenusweg „zu heizen“. Hier helfen nur Aufpflasterungen in Höhe der Bushaltestellen. Einmal mit 50 km/h über ein solches Hindernis und beim nächsten Mal wird langsamer gefahren. Es sollte nicht erst gewartet werden, bis ein gedankenloser Raser ein Kind überfahren hat. Menschen mit Verantwortungsbewusstsein handeln vorher. Und solche Menschen haben wir hoffentlich in Rat und Verwaltung.

Die Messergebnisse und eine Zusammenfassung haben wir selbstverständlich auch auf dieser Homepage veröffentlicht. Und wenn sie das nächste Mal mit dem Auto losfahren: sie sind mit 30 km/h  vielleicht ein paar Sekunden später am Ziel – aber dafür gefährden Sie keine anderen Menschen. Und das sollten die paar Sekunden uns allen Wert sein, oder ?

Zum Schluss noch vielen Dank an Herrn Dölling von der Verwaltung, dessen Beharrlichkeit dazu geführt hat, dass zusätzlich zu zwei kurzen Messungen der Polizei von einigen Monaten diese 48 Stunden-Messung durchgeführt wurde.

Mit freundlichen Grüßen

Uwe Schmidt
-Sprecher Bürgergemeinschaft Ohrbeck-

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