News 18.09.2010

Liebe Hasbergerinnen und Hasberger,

bisher haben wir immer gedacht, dass wir in Hasbergen in einer sicheren Gegend leben. In anderen Regionen der Welt hören wir von Lawinen, Erdrutschen, Erdbeben, Sturmfluten – nur bei uns passiert nichts. Doch plötzlich ist es anders. Stundenlang regnet es wie aus Eimern und dann passiert es: Keller laufen voll, Straßen werden überflutet, Bäche werden zu Flüssen und Wiesen zu Seenlandschaften. Die Stadt Osnabrück löst zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte für mehr als zwei Tage Katastrophenalarm aus. In der Stadt, in vielen Landkreisgemeinden, darunter auch in Hasbergen, ist Großeinsatz für die hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitglieder der Feuerwehren, des THW, des DRK und vieler anderer Hilfsorganisationen. Nachbarn helfen, wo sie können, viele sind bemüht, ihr Hab und Gut aus ihren Kellern zu retten. Besonders schlimm sind betroffen, die in Kellerwohnungen leben – viele verlieren fast alles. Da hilft es auch nichts, wenn man an die Überflutungen in Pakistan denkt, wo Hunderte Menschen ihr Leben verloren und Millionen obdachlos geworden sind.

Aber warum sind die vielen Keller vollgelaufen ? Kann man sich die Lösung einfach machen und sagen: „Es hat einen Jahrhundertregen gegeben, gegen den man machtlos war“? Oder müssen wir überlegen, ob unsere Abwasserrohre für die vielen neuen Siedlungen noch ausreichen und ob es auch daran liegt, dass immer mehr in den natürlichen Überschwemmungsgebieten gebaut wird, z.B. an der Hase und der Düte ? Diese Fragen sind auch zu klären, um zu verhindern, dass extremer Starkregen auch in Zukunft derart katastrophale Folgen haben wird.

Folgen finanzieller Art gibt es auch woanders. Die Gestaltung des Bahnhofsgeländes schreitet voran und man kann schon jetzt erkennen, dass es ein Schmuckstück wird. Das hat natürlich auch seinen Preis. Und der steigt jetzt um 200.000 Euro, weil man festgestellt hat, dass der Boden stärker belastet ist als vermutet. So wie es aussieht, bleibt die Gemeinde und damit der Steuerzahler dieser Gemeinde alleine auf diesen Mehrkosten hängen. Zu klären ist nun die Frage, ob man im Kaufvertrag keinen Passus über Folgekosten aufgrund von Bodenbelastungen aufgenommen hat, der auch den bisherigen Besitzer, die Deutsche Bahn AG, mit in die Pflicht nimmt. Schließlich hat die Verwaltung einen excellenten Juristen an der Verwaltungsspitze, der sicher vorher einen Blick auf den Vertrag genommen hatte. Oder hat man, um schnell den Kaufvertrag in einer „Nacht und Nebel-Aktion“ tätigen zu können, vergessen, solche Dinge vertraglich zu regeln ? Die UWG Hasbergen hat diesbezüglich eine Anfrage an die Verwaltung gestellt. Sofern eine Antwort eingeht, werden wir diese selbstverständlich auch auf unserer Homepage veröffentlichen.

Wo kommen nun die 200.000 Euro her ? Die müssen nun woanders eingespart werden, Abends werden wieder Straßenlaternen ausgeschaltet, Kinderspielplätze könnten betoniert werden (um Folgekosten zu sparen), Schlaglöcher werden erst ab 30 cm Tiefe repariert, für Feuerwehreinsätze muss der Bürger einen Kleinkredit aufnehmen und der Bürgermeister darf sich nur noch innerhalb der Gemeinde bewegen, um Fahrtkosten zu sparen – natürlich mit dem Fahrrad. So hat man die 200.000 Euro schnell wieder eingespart bzw. eingenommen. Ach ja, zur Not erhöht man die Grundsteuer, die Gewerbesteuer und führt ein Eintrittsgeld für das Rathaus ein. Dann belästigen die Bürger auch nicht mehr so viel die Verantwortlichen. Was die Straßenlaternen anbelangt, ist es z.B. am Gudenusweg interessant. Mal sind die Laternen nachts an, mal aus, dann wieder tagsüber eingeschaltet. Ob dahinter ein tieferer Sinn steckt?

Noch einmal zurück zum Wasser, diesmal aber im positiven Sinn. Das Naturbad Hasbergen hat seinen zweite Saison hinter sich gebracht und wieder hat sich gezeigt, dass die Arbeit des Vereins nicht umsonst war. In den Sommerferien war das Wetter ideal für einen Freibadbesuch und entsprechend voll war es an den heißen Tagen. Im Namen der Hasberger Kinder herzlichen Dank an alle Helfer des Naturbad-Vereins.

Ihre UWG Hasbergen


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