News 16.06.2012

Liebe Hasbergerinnen und Hasberger,

vor einiger Zeit war in der Neuen Osnabrücker Zeitung wieder einmal zu lesen, dass das Verbot des Alkoholverkaufs an Jugendliche in unserer Gemeinde missachtet wird. Bei Testkäufen durch Auszubildende gab es Verkäuferinnen, die sich zwar den Ausweis zeigen ließen, aber offenbar nicht in der Lage waren, anhand des Geburtsdatums festzustellen, ob die Person bereits 18 Jahre alt war. Eigentlich ganz einfach. 2012 minus 18 Jahre = 1994. Und dann darauf achten, ob die Person in diesem Jahr schon Geburtstag hatte. Eine Rechnung, die jede Kassiererin trotz Scanner-Kassen beherrschen sollte. Vielleicht hat sich jemand in der Hektik verrechnet – man sollte niemanden einfach so böse Absicht unterstellen. Das jedoch kann man, wenn eine Verkäuferin den Jugendlichen nicht nur „viel Spaß beim Trinken“ wünscht, sondern auch noch gleich munter erzählt, dass ihr Sohn „das Zeug auch trinke“. Hier kann es eigentlich für den Arbeitgeber nur eine Alternative geben: Fristlose Kündigung wegen vorsätzlichem Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz. Abgesehen davon, dass das Jugendamt diese trinkfreudige Dame bei Gelegenheit einmal besuchen sollte. Es gibt genügend Alkoholabhängige in unserem Land, deshalb kann es beim Jugendschutzgesetz keiner Toleranz geben. Aber es gab auch Geschäfte, die positiv aufgefallen und auch bei einer wiederholten Kontrolle keinen Alkohol verkauft haben. Ach ja: Eltern sind für ihre Kinder Vorbilder. In jeder Hinsicht.

Der Hasberger Rat hat fünf Hasberger Bürgern Unterstützung bei der Planung eines großen Festes in der Hüggelgemeinde zugesagt. Ein Fest, dass an die Feiern zum letztjährigen Jubiläum anknüpfen soll. Eine Idee, die unterstützt werden sollte. Sie ist klasse, den sie wirkt dem Kirchturmdenken einzelner Ortsteile entgegen.

Rund 300.000 Euro Mehrkosten fallen beim Bau des neuen Bauhofs der Gemeinde Hasbergen an. Grund: Die Planung hat nicht sauber funktioniert. Verantwortlich dafür ist der Leiter der Gemeindewerke. Aber ihm alleine die Schuld zuzuschieben, ist nicht fair. Neben seinem eigentlichen Job musste er die gesamte Planung und Bauleitung übernehmen. Damit war er überfordert. Hier ist auch die Verwaltungsspitze in der Verantwortung, der dies klar gewesen sein musste. Sie hätte mindestens für die Bauleitung einen erfahrenen Bauleiter engagieren müssen, um den Mitarbeiter zu entlasten. Nun werden die Hasberger Bürger 300.000 Euro Mehrkosten bezahlen dürfen. Bei einer strukturierten Planung hätte es diese böse Überraschung nicht gegeben. Ob sie zu vermeiden gewesen wären, steht auf einem anderen Blatt. Nur hätte man es dann von Beginn an einplanen können.

Aus einem Ortsteil hört man leider aber auch Negatives von einem großen Unternehmen. Dieses ist aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten und beschäftigt extrem viel Leiharbeiter, anstatt feste Arbeitsplätze einzurichten. Die Leiharbeiter sollen schlecht bezahlt und die Mitarbeiter erpresst werden mit der Forderung, entweder auf Gehalt oder auf ihre Arbeitsplätze zu verzichten. Nicht dass es dem Unternehmen so schlecht geht, im Gegenteil. Immer wieder ist zu lesen, wie das Unternehmen expandiert und wächst. Auf Kosten der Mitarbeiter. So etwas nennt man nicht soziale Marktwirtschaft, sondern menschenverachtenden Kapitalismus. Gut, dass wir in Hasbergen auch die LINKEN haben, die sicherlich Seite an Seite mit den Gewerkschaftlern für Verbesserungen kämpfen. Nur schade, dass aus dieser Richtung bisher nichts zu hören war.

Im Moment sind ja viele Mitbürger im EM-Fieber. Kein Wunder, schließlich ist unser Team auch eines der Favoriten. An den Autos sieht man viele deutsche Flaggen, aber auch niederländische, portugiesische, spanische und italienische Flaggen. Alle fiebern für ihre Mannschaft und jeder freut sich mit und zollt auch dem gegnerischen Team seinen Respekt. Auch das ist Europa. Friedlich und gemeinschaftlich. Europa einmal ohne Verschuldungsdebatten, Sparzwänge und Ratingabstufungen. Ein Europa, das Freude bereitet. Davon brauchen wir mehr.

Am Sonntagabend aber heißt es erst einmal wieder Daumen drücken für die Löw-Truppe. Ein Unentschieden gegen Dänemark reicht zum Einzug ins Viertelfinale. Aber mit einem Unentschieden wird sich diese offensive Mannschaft sicher nicht zufrieden geben.

Viel Spaß vor dem Fernseher, in der Garage mit den Nachbarn oder beim „Public Viewing“ (welch‘ ein fürchterliches Wort) in Osnabrück,

 

Ihre UWG Hasbergen