Mitteilung zum Bürgerentscheid

Liebe Hasbergerinnen und Hasberger,

SIE, die Bürgerinnen und Bürger, haben entschieden. Das Konzept der Neuen Mitte Hasbergens des Rates wird nicht umgesetzt. Das Ergebnis des Bürgerentscheids zeigt deutlich, dass die Planungen von Bürgermeister Stiller und der Ratsmehrheit von SPD, CDU und GRÜNE keinen ausreichenden Rückhalt in der Bevölkerung hatten. Nun muss neu geplant werden und ist zu hoffen, dass die Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger nicht wie bisher ignoriert werden.

Der Bürgerentscheid hat gezeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger interessiert sind, was in unserer Hüggelgemeinde geschieht. Sie wollen nicht nur alle fünf Jahre den Rat wählen dürfen; sie wollen mitreden, mitgestalten und – wie jetzt geschehen – mitbestimmen. Nicht in jedem Fall, aber bei solch’ bedeutenden Projekten wie einem neuen Ortszentrum wollen sie verstärkt einbezogen werden. In Hasbergen hat am 09.02.2014 nicht einfach nur ein Bürgerentscheid stattgefunden – in Hasbergen wurde am 09.02.2014 gezeigt, dass die Demokratie lebhaft ist.

Der Rat der Gemeinde Hasbergen und die Verwaltung leisten grundsätzlich gute Arbeit, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist und oft kontrovers diskutiert wird. Das ist in Demokratien so und es ist richtig so. Die Ratsmitglieder sind dafür gewählt worden, die Entwicklung der Gemeinde Hasbergen zu gestalten. Sie mussten nun lernen, dass es dabei wichtig ist, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. Dies muss nicht immer gleich zu Bürgerbegehren und –entscheide führen. Wichtig ist, dass man die Bürger bei wichtigen Themen anhört, mit ihnen offen und ehrlich diskutiert und ihre Anregungen aufnimmt.

Mehr Bürgerbeteiligung steht in allen Wahlprogrammen. Für Hasbergen besteht die Hoffnung, dass „Bürgerbeteiligung“ nun nicht mehr nur eine Worthülse in Wahlkämpfen ist, sondern nun auch aktiv gestaltet wird. Sich bei wichtigen und bedeutsamen Themen die Meinung der Bürger durch Informationsveranstaltungen zu holen, ist auch für Ratsmitglieder kein Zeichen der Schwäche, sondern ein Zeichen aktiver Bürgerbeteiligung. Auch wenn das Projekt des Rates in dieser Form vorerst gescheitert ist – vielleicht haben auch die Ratsmitglieder etwas Positives daraus gezogen: Unsere Bürgerinnen und Bürger sind interessiert, wollen mitgestalten und gemeinsam mit Rat und Verwaltung unsere Bürger gemeinsam voranbringen.

Nun sind Bürger, Rat und Verwaltung gefordert, ein Konzept für ein Zentrum Hasbergens zu entwickeln, dass auch den Rückhalt in der Bevölkerung findet. Wir haben alle ein gemeinsames Ziel, es liegt nun an uns allen, auch den richtigen Weg dorthin zu finden. Dazu ist es wichtig, die in den letzten Wochen entstandenen Gräben zuzuschütten. Nur dann kann es funktionieren.

Es hat sich aber auch gezeigt, dass ein Zentrum alleine kein Allheilmittel ist. Die Versorgung in den einzelnen Ortsteilen muss gleichfalls sichergestellt werden. Die Ablehnung der Ratsmehrheit, der Firma Jibi einen branchenüblichen Ausbau zu genehmigen, hat nun zur Folge, dass der Markt an der Osnabrücker Straße schließt. Gerade für ältere Menschen, aber auch für junge Familien fehlt dann ein gut erreichbarer Markt. Die Ablehnung durch den Rat und die einseitige Konzentration auf das Zentrum war ein Fehler, dessen Folgen nun die Bürger südwestlich der Bahnlinie zu spüren bekommen. Es bleibt abzuwarten, ob sich hier in Zukunft ein Verbrauchermarkt mit Frischfleischtheke etc. ansiedelt.

Fast 50 % Wahlbeteiligung bei einem Bürgerentscheid – die Hasbergerinnen und Hasberger können stolz auf sich sein.
Mit freundlichen Grüßen

Ihre UWG Hasbergen